Lieber Leser
Jeder von uns trägt einen kostbaren Edelstein in den Händen: 
unser Leben im Hier und Jetzt
Wir dürfen diesen Diamanten durch Aufmerksamkeit und Hingabe zum Glänzen zu bringen. 

Doch zwei mächtige Illusionen halten uns oft davon ab: 

Die Seifenblase und das Schreckgespenst.

1. Die Seifenblase: Die Gefahr des falschen Lichts
Die Seifenblase ist das Lockmittel. In ihr schimmern unsere Wünsche und Zukunftsträume in den schönsten Farben. Sie verführt uns dazu, dem „Morgen“ hinterherzujagen und dabei das „Heute“ zu vernachlässigen.

Die Täuschung: 
Wir glauben, wenn wir Ziel X erreichen, wird alles perfekt. Doch die Realität zeigt: Jedes erreichte Ziel bringt neue Herausforderungen mit sich.

Die Gefahr: 
Wie Hänsel und Gretel, die nur das verlockende Knusperhäuschen sahen und die Absichten der Hexe übersahen, verleitet uns die Seifenblase zu unbedachten, riskanten Schritten. Wir handeln nicht mehr sachlich, sondern berauscht von einer Substanzlosigkeit.

Die Lösung: 
Wir „entseifen“ die Illusion, indem wir den Fokus zurück auf das legen, was wir in der Hand halten. Indem wir in das investieren, was wir bereits haben, und unseren Alltag als ein kostbares Gut anerkennen. 

2. Das Schreckgespenst:
Die Lähmung der Dunkelheit
Das Pendant zur glitzernden Blase ist das Schreckgespenst. Während die Blase uns zur kopflosen Flucht nach vorne treibt, lässt uns das Gespenst im Gestern oder in der Starre verharren.

Die Täuschung: 
Das Schreckgespenst lebt von der Dunkelheit. Es ist eine Illusion aus Angst, die unser Herz zusammenzieht. Es flüstert uns ein, dass das „bekannte Schlechte“ (wie ein Job, der uns innerlich bricht) sicherer sei als das „unbekannte Neue“.

Die Gefahr: 
Es hält unseren Diamanten im Schatten. Wo kein Licht hinfällt, kann nichts reflektiert werden. Wir geben unsere Qualität und unsere Werte auf, nur um der vermeintlichen Gefahr zu entgehen.

Die Lösung: 
Schatten werden kleiner, je näher man der Lichtquelle kommt. Das Schreckgespenst verliert seine Macht durch Konfrontation. Es lebt von unserer Passivität.

Der Ausbruch aus der Lähmung: Drei Wege
Wie überwinden wir die Angst? Ich sehe drei Möglichkeiten:
1. Ausharren, bis der Leidensdruck so unerträglich wird, dass wir handeln müssen.
2. Allen Mut zusammennehmen und allein gegen das Monster antreten.
3. An der Hand eines Größeren gehen.

Warum ich mich für den dritten Weg entschieden habe
Lange habe ich nach dem ersten Weg gelebt, doch das hat mich kostbare Lebensjahre gekostet, die wie Sand durch meine Finger rannen. Zudem fiel es mir oft schwer zu unterscheiden: 
Ist das gerade ein substanzloses Gespenst oder eine liebevolle Warnung, die mich vor Unheil bewahren will?

Ich habe mich entschieden, die Hand Gottes zu ergreifen. Warum?
Weil er die Liebe in Person ist und den Überblick behält, wo ich nur Nebel sehe. Es entlastet mich zutiefst, nicht alles selbst berechnen oder verstehen zu müssen. Wenn ich meine Hand in seine lege, muss ich nicht mehr auf das Monster starren. Ich richte meinen Blick auf ihn – auf das, was er sagt und wie er mich führt.
Indem ich Gott vertraue, tritt der Diamant meines Lebens wieder ins Licht. Ich muss weder der Seifenblase nachjagen noch vor dem Schreckgespenst zittern. Ich kann einfach anfangen, den Diamant meines Lebens zu schleifen.

Deine Ernte für heute:
Ertappst du dich gerade bei einer Seifenblase 
(Wunschtraum, der dich vom Handeln abhält) 
oder blockiert dich ein Schreckgespenst
(Angst) ?

Welchen kleinen Schritt kannst du heute an der Hand des Größeren tun?

Eine Frau sitzt mit dem Rücken zum Betrachter und beobachtet den Sonnenaufgang


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